Paar- und Sexualtherapie,     - Psychotherapie

Körperpsychotherapie

Die Körperpsychotherapie ist eine besondere Form therapeutischen Arbeitens. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass Berührung die allererste Sprache des Menschen ist.

Wir werden gestreichelt, "geherzt", gehalten, gestützt, massiert, getragen - lange bevor wir sprechen oder in Worten denken können. Liebevoller Körperkontakt lässt uns auf gute Weise unsere Grenzen spüren. Und wir können unseren eigenen Körper angenehm fühlen. Das prägt sich uns nachhaltig ein. Für eine gute Entwicklung vom Säugling zu einem empfindsamen Wesen, das sich in der Welt aufgehoben und willkommen fühlt, braucht es reichhaltige Berührungserfahrungen. Durch die körperliche Zuwendung von z.B. der Mutter lernen wir, uns zu beruhigen.

Leider haben viele von uns negative Erfahrungen mit Berührungen gemacht. Sei es, dass sie Mangel erlitten haben - oder dass Berührungen unangemessen und von anderen sexualisiert wurden. Darunter leidet das Selbstwertgefühl: "Mit mir stimmt was nicht" oder "Ich muss meinen Makel (...) dadurch ausgleichen, besonders fürsorglich, selbstlos oder .... zu sein." Etliche Menschen gehen Nähe aus dem Weg, um einer wiederholten Zurückweisung wie auch Abwertung vorzubeugen. Wieder andere fürchten sich davor, unersättlich oder gar abhängig zu werden, wenn sie erst einmal das Ersehnte bekommen. Auch das macht es schwer, sich auf Nähe einzulassen.

Uns Erwachsenen tun Berührungen auch gut. Das wissen wir schon lange in der Psychologie und in Therapien - und ist häufig Thema in meiner Praxis: "Mir fehlt die körperliche Nähe ..., dass er meine Hand nimmt, ... dass sie meine Nähe sucht, das Kuscheln und die Zärtlichkeiten ... . Eine herzliche Begrüßung." In der Regel wird dies Bedürfnis notdürftig kompensiert mit Essen, Sport, Einkäufen, Arbeit oder Sex. Aber wie es mit Kompensationsstrategien ist: So "ganz das Wahre" sind sie vielfach nicht. Zudem verschleiern sie noch, worum es eigentlich geht. Denn: Welche Einschätzung liegt nahe bei einem Menschen, der oft Sex möchte? Wahrscheinlich weniger, dass er "nur" gestreichelt oder gehalten werden möchte.


Während Kinder sich anschmiegen, eine Hand greifen und sich Körperkontakt holen, so schwer fällt es Erwachsenen untereinander. Das gilt selbst für diejenigen, welche in Partnerschaften leben. Dabei sind Berührungen so wichtig: Weil sie einfach gut tun, beruhigen, Glücksgefühle fördern ... um Freude zu teilen, vielleicht auch mal um Dampf abzulassen. Spielerisch. Berührungen zu schenken oder sie zu empfangen ist kostbar.


An-Nehmen, Be-Handeln, Be-Greifen, Ver-Stehen, Be-Halten, An-Greifen, Er-Tragen, Aus-Halten, Ab-Geben, Unter-Drücken Weg-Schieben uvm. sind wichtige Leistungen, die einen psychischen und einen körperlichen Anteil haben. In der Körperpsychotherapie (= leibfundierte Psychotherapie) werden beide Anteile berücksichtigt. In ihr geht es um die liebevolle Zuwendung zu sich selbst und zu anderen. Eben sich selbst im Kontakt spüren zu dürfen, ohne unpassenden sexuellen Erwartungen oder Versorgungsansprüchen ausgeliefert zu sein. Sondern beschützt zu werden. Dies geschieht in der Körperpsychotherapie stets eingebettet in einen behutsamen Dialog miteinander.


Und damit Sie sich etwas mehr darunter vorstellen können,
hier ein kleiner Auszug:

Wieviel Abstand benötige ich, wenn mir jemand gegenüber sitzt oder steht? - Traue ich mich auszuprobieren, was ich für das Beste halte? Welche Erfahrungen habe ich bisher damit gemacht?

Mag ich angeschaut werden, wenn mir jemand näher kommt? Wie empfinde ich es, betrachtet zu werden? - Und welche Erinnerungen habe ich an frühere Erlebnisse?

Was möchte ich am liebsten tun, wenn mir jemand seine Hand anbietet und mich einlädt, diese in Ruhe zu erkunden? Will ich dann Kontakt ausprobieren, oder ist da Scheu? Ergreife ich die Hand, taste ich? Was würde ich am liebsten in der Situation tun?

Welche Bewegung oder Berührung stelle ich mir angenehm vor, wenn ich mich klein(-gemacht) oder schwach fühle? Möchte ich es ausprobieren - oder lieber nur darüber reden?

Und wie geht es mir, wenn die gemeinsame Zeit zur Neige geht und wir uns verabschieden und uns voneinander entfernen?